ISSS Excellence Award 2025

ISSS Excellence Award 2025

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In diesem Jahr verzeichnete die ISSS-Jury eine interessante Entwicklung: Während die Anzahl der eingereichten Bachelorarbeiten und Masterarbeiten deutlich zurückging (jeweils nur zwei), wurden zum ersten Mal Dissertationen (fünf) eingereicht. Es waren zwei Arbeiten, die besonders hervorstachen und jeweils ein Preisgeld von 4000 CHF erhalten.

Simone Colombo

Titel: Beyond the ratchet: practical challenges in secure messaging

Simone Colombo adressiert in seiner Dissertation an der EPFL drei zentrale Sicherheitslücken moderner Messenger wie Signal oder WhatsApp. Während die Verschlüsselung heute Standard ist, bleibt die Erkennung aktiver Angriffe schwierig. Colombo entwickelte hierfür die Modelle r-RID und s-RID, die Manipulationen selbst dann sicher erkennen, wenn das Netzwerk Nachrichten verzögert oder umordnet.

Ein weiterer Meilenstein ist sein Verfahren für Authenticated Private Information Retrieval. Es schützt den „sozialen Graphen“ der Nutzer: Man kann öffentliche Schlüssel von einem Server abrufen, ohne dass dieser erfährt, wer mit wem kommunizieren möchte, während gleichzeitig die Echtheit des Schlüssels garantiert bleibt. Abschließend untersuchte Colombo die kryptographische Abstreitbarkeit. Durch die Analyse von 140 Schweizer Gerichtsfällen bewies er eindrücklich, dass die theoretische Lehre der Abstreitbarkeit in der heutigen Rechtspraxis kaum Bestand hat und digitale Beweise oft ungeprüft akzeptiert werden. Seine Arbeit schlägt somit die Brücke von komplexer Kryptographie zur realen Anwendung.

 

Marc Wyss

Titel: Realizing Internet Communication Guarantees through Bandwidth Allocation and Isolation

Marc Wyss widmet sich in seiner Dissertation an der ETH Zürich der Achillesferse des modernen Internets: der Verfügbarkeit gegenüber massiven DDoS-Angriffen. Anstatt Angriffe nur reaktiv zu mildern, setzt Wyss auf proaktive Bandbreiten-Isolation direkt im Netzwerk.

Sein System „Helia“ führt das Konzept der Flyover-Reservierungen ein. Damit können Quellen Bandbreite für einzelne Abschnitte reservieren, ohne dass eine komplexe Koordination über den gesamten Internet-Pfad nötig ist. Für kurzlebigen Datenverkehr wie DNS-Abfragen oder Web-Zugriffe entwickelte er „Z-Lane“, das sofortige Garantien ohne zeitaufwendiges Setup bietet. Mit dem „Fractional Fair Share“ (FFS) stellt er zudem einen extrem effizienten Mechanismus vor, der faire Anteile pro Datenstrom erzwingt. Die Praxistauglichkeit ist beeindruckend: Seine Prototypen erreichen auf Standard-Hardware eine Übertragungsrate von 160 Gbit/s. Marc Wyss hat damit gezeigt, dass sichere und garantierte Internet-Kommunikation keine Utopie bleiben muss.

Wir danken ganz herzlich der ISSS Excellence Award Jury für Ihre Arbeit:

  • Prof. Dr. Srdjan Capkun, Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich
  • Lektor Angelo Consoli, Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana (SUPSI) Manno
  • Prof. Dr. Christian Grothoff, Berner Fachhochschule (BFH), Biel
  • Prof. Dr. Marc Rennhard, Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) Winterthur4
  • Shivaji Shinde Shweta, Eidgenössiche Technische Hochschule (ETH), Zürich
  • Prof. Dr. Serge Vaudenay, École Polytechnique Fédérale (EPF) Lausanne
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